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Zurück in Chengdu, kann ich noch eines der heissbegehrten Zug-Tickets ergattern, denn am Sonntags den 13.02. soll es in den Süden von China, genauer nach Yunnan gehen. Eigentlich muss man die Tickets mindestens 10 Tage im Voraus buchen. Ich hatte 5 Tage vorher gebucht, deshalb bekomme ich auch nur noch einen Hartsitzer-Platz. Was das bedeutet kann ich nach Erzählungen von Torsten und Bo im Nachhinein in etwa begreifen – es wird jedenfalls in den 18 Stunden nicht gemütlich – es ist nicht umsonst die günstigste Art zu reisen. Es gibt 4 Kategorien für Zug-Plätze in China: Hartsitzer, Hartschläfer, Softsitzer und Softsleeper, letztere kosten fast das vierfache vom Hartsitzer. Ich bin gespannt.

Heute geht es aber erst einmal nach Leshan, wo der wohl größte, in Stein gehauene Buddha von China steht. Ein Mönch hatte gegen 713 n.C. angefangen diese riesige Staute aus dem Fels zu meißeln, um damit die Flussgeister zu besänftigen. Des Buddhas schaut nämlich direkt auf den Zusammenfluss zweier recht schneller und gefährlicher Flüsse. Mit dem anfallenden Schutt von den Bauarbeiten, konnten die beiden Flüsse dann wohl ganz gut besänftigt werden.

Ich schaffe es irgendwie die Fernbus-Station in Chengdu zu finden, bevor es auf die 2h Fahrt nach Leshan geht. Während der fahrt, und das scheint in alle Busen gleich zu sein, werden meist nicht sehr gute Filme gezeigt. Die meisten sind recht laut und bunt, wie die uralten SketchUp-Shows. Sehr selten verirrt sich wirklich mal ein sehr gut produzierter Film ins Cockpit des Busses. In Leshan angekommen, steige ich in den Bus Linie 13, ein Fahrzeug, dass anscheinend nur noch durch den Fensterscheiben-Kitt zusammengehalten wird. Mit diesem fahre ich direkt zum Ost-Eingang des Buddha-Areals.

Das Gelände ist weit verzweigt. Hier befinden sich mehrere kleinere Tempel und Tempelchen und einige imposante, in Stein gehauenen Figuren. Anscheinend ist damals nach Fertigstellung des großen Buddhas, eine regelrechte Buddha-Manie ausgebrochen, denn die Figuren sind offensichtlich alle von einem anderen Bildhauer erstellt worden.

Wegen der immer noch anhaltenden Feiertage (Neujahrsfest und Laternenfest), schieben sich Massen von einheimischen Besuchern durch das Gelände. Die meisten Menschen drängen sich direkt am Kopf des Buddhas herum oder zu mindestens auf den Aussichtsplattformen hinter und neben der Figur. Ich merke schnell, wenn man einen Blick erhaschen möchte, muss man sich, nicht aggressiv, aber mit Nachdruck an die Brüstung kämpfen. Man könnte natürlich auch über eine Treppe bis an den Fuss des Buddhas gelangen, müsste dann aber schätzungsweise mehr als 2h-3h mit Warten zu zubringen. Jedenfalls ergeben das meine Berechnungen. Drei Stunden sind leider zu viel, denn der letzte Bus gen EmaiShan fährt zwei Stunden später ab (wird also knapp). Ich hatte etwas zu viel Zeit in dem Gelände und einem angrenzenden Tempel zugebracht. Es war ziemlich interessant die Menschen bei beten oder flanieren zu beobachten.

Der Tag ist leider viel zu schnell vorbei. Weiter geht’s nach Emei, wo ich nach einer Stunde Fahrt mit dem Überlandbus ankomme. Direkt neben dem Busbahnhof befindet sich auch gleich das von mir gesuchte TeddyBear-Hostel. Einen Tag vorher hatte ich mir noch vorsorglich ein Zimmer reservieren lassen, heute scheint es aber noch besetzt. Einige Backpacker wollten anscheinend doch noch nicht auschecken. Also bietet mir die Frau an der Rezeption an, bei Andy zu übernachten. Andy? Wahrscheinlich ein Hotel in der Nähe, so klingt es für mich jedenfalls am Anfang. Es stellt sich aber nach einigen Minuten heraus, dass Andy der Name des Hostel-Boys ist und ich bei ihm zuhause übernachten könne. Ok., kein Problem, also ab zu Andy. Leider kann ich den Guten nur auf der Fahrt zur Unterkunft ein klein wenig näher kennenlernen, da er gleich wieder zurück zur Arbeit muss und auch erst sehr spät am Abend wiederkommt – im Halbschlaf höre ich ihn gegen 23.30 nach Hause kommen. Ich gehe an diesem Abend früh zu Bett, denn für die nächsten zwei Tage habe ich mir den EmeiShan (bis auf dem Gipfel 3099m) vorgenommen…