Da ich keine Lust hatte, mich in ein überteuertes Taxi zu setzen, lief ich zu Fuß in Richtung Hostel. Nach einem Kilometer hielt eines der überall zu sehenden Dreiradfahrzeuge an und ich wurde aufgeregt von einem Herren gefragt wo ich denn hin wollte und ob er mich denn nicht mitnehmen könne. Da er mein ageldangebot abschlägt, Stieg ich zu, schmiss meinen Rucksack hinten rein und los gings. Chi Feng hieß mein Begleiter. Er war eine Art selbstständiger Bauarbeiter und zufällig in meiner Richtung unterwegs. Direkt am Hostel ließ er mich raus.
Der Huang Shan oder auch Yellow Mountain genannt, ist einer der bekanntesten Berge in China. Zur Abwechslung ist es keiner mit tao- oder buddistischen Hintergrund zu denen Gläubige pilgern. Trotzdem erreichten täglich tausende Touristen den Gipfel. Dafür gab es zwei Gründe. Zum einen die sehr gut ausgebaute Verbindung auf den Gipfel. Neben den obligatorischen Treppen, gab es drei Seilbahnstationen, einen vierte war gerade im Bau befindlich. Die meisten Touristen erwiesen sich als lauffaul und ließen sich direkt vom Busparkplatz bis ganz nach oben Kutschieren. Der zweite Grund wird durch die atemberaubende Landschaft begründet. Leider, und dass musste ich schnell feststellen, konnte man diese aber auf Grund des hohen Besucheransturms nicht wirklich genießen. Auch wenn man es auf meinen Fotos nicht so aussieht, der Berg war voll gestopft bis oben hin. Ich musste mich in schmalen Passagen regelrecht durch die Massen schubsen und drängeln, um überhaupt vorwärts zu kommen. Zwischendurch bekam ich regelrechte Hörstürze, da mir von allen Seiten die Lautsprecher der Tourenguides ins Ohr plärrten. Es war unmöglich zu entkommen. Jeder der Guides versuchte die Konkurrenz zu übertönen. Die Wanderung entpuppte sich daher zum Spießrutenlauf. Deshalb beeilte ich mich, um dieses groteske Szenario hinter mir zu lassen. Was kaum gelang, denn einer Gruppe entwischt, lauerte hinter der nächste Ecke schon die nächste Gruppe. Nach zwei Stunden Aufstieg über den Westweg und etwa zwei Stunden „Gipfelerlebnis“, drängte es mich (oder besser gesagt, ich wurde gedrängt) wieder zum Abstieg – über den Ostweg. Dieser war wider erwarten der ruhigste Teil der ganzen Wanderung. Ich nahm mir deshalb etwas mehr Zeit. Gegen 14Uhr kam ich wieder auf dem Parkplatz an.
Ein entspannter Tagesausflug fühlt sich anders an. Für jeden, der sich vornehmen sollte, diesen Berg zu besteigen; ich rate euch davon ab, lasst es sein. Das Geld (240 RMB) kann man sich für schönere Sachen aufsparen. Dazu muss ich anmerken, das ich den Berg unter der Woche und nicht in den Ferien bestiegen hatte. Ich möchte nicht wissen, wie es am Wochenende oder am Nationalfeiertag dort oben zugeht…