Für die letzten beiden Tage hatten wir uns, Falk und ich (Daniel weilte derweil schon in Quito), einen etwas knackigen Trip ausgesucht – zum El Altar, genauer zur vorgelagerten Laguna Amarilla auf 4200m – etwa 50km von Riobamba entfernt.
Der Trip begann um 13 Uhr in dem kleinen Dorf Candelaria auf 3070m, wo wir uns mit einem Taxi hatten hinfahren lassen. In stetigem Auf und Ab liefen wir, teils durch knietiefen Schlamm, teils auf knochentrockenen Pfaden 11km bis zum Refugio auf der Collantes Ebene in 3850m Höhe. Nach 4,5h erreichten wir unser Ziel und wurden mit einem völlig freien Blick auf den majestätischen El Altar belohnt – bisher hatten wir ihn nur selten zu Gesicht bekommen, da er sich stets in einem Wolkenmeer versteckte – selten perfekte Bedingungen also. Der El Altar gilt als ein Vulkan, der sich vor dem Jahr 1460, durch eine riesige Eruption selbst zerstörte. Vermutungen legen nahe, dass er größer als der Chimborazo gewesen sein muss. von den übrig gebliebenen Gipfeln sind neun über 5000m hoch und gelten mit als eine die technisch anspruchvollsten, zu besteigenden Berge.

Nach kurzer Nacht und schlechtem Schlaf, steuerten wir vom Refugio aus, die etwa 250m höher gelegene und etwa 3km entfernten Laguna Amarilla an. Zwei Stunden benötigten wir allein für den Aufstieg.
Am Vortag lernten wir noch einen etwas besorgten Vater kennen, der seinen Sohn und dessen Kumpel, bei der Besteigung des El Altar seelisch und moralisch unterstützte. Beide Freunde waren 2h vor unserer Ankunft zu ihren Lager an der Laguana aufgebrochen und begannen am nächsten Morgen gegen 4 Uhr in der Frühe ihre Besteigung. Stolz berichtete er uns, dass die beiden die Nose am El Capitan (Yosemite Valley) in 13h begangen hatten. Leider verriet er uns nicht seinen Namen, was wohl auch an der nicht so eindeutigen Übersetzung lag. Aber vielleicht gibt es ja in den nächsten Tagen eine Erfolgsmeldung der beiden in irgendeinem Kletter-Forum.
Der, mit Auf- und Abstieg etwa 18km lange Rückweg war anstrengend, da mindestens 35Grad im Schatten zu verzeichnen waren und ständige Höhenwechsel an unserer nicht mehr so reichhaltig vorhandenen Energie zerrten. Die Trockenheit tat ihr übriges dazu. Nach knapp 3 1/2h war aber auch dieser Weg geschafft und der Zufall wollte es, dass wir gleich im Anschluss wieder mit zurück nach Riobamba genommen wurden.

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