Alles muss raus!

Tigersprungschlucht und Shangrila – Lijiang


Größere Kartenansicht


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Nach dem ich mir im Dorf XiZhou bei Dali eine prächtige Gesichtsverbrennung zugezogen hatte, ging es zwei Tage später zur Tigersprungschlucht bei QiaoTou.

Die Tigersprungschlucht gilt als eine der tiefsten Schluchten der Welt und angeblich soll an einer ganz bestimmten Stelle (Sprungstein) ein Tiger per Sprung den Yangzi River mit einem Satz überquert haben.

Die Landschaft ist einfach grossartig. Nimmt man den Pfad von QiaoTuo zum Sprungstein kann man während der Wanderung eine mächtig aufragende Bergkette bewundern, die beim richtigen Licht (leichte Wolkenflecken sind gut) einfach unbeschreiblich wirkt. Der Tiger, der damals über den Yangzi gesprungen sein soll, muss entweder sehr groß und klettertechnisch sehr begabt gewesen sein oder einfach nur ersoffen und man munkelt nur…, denn die gegenüberliegende Wand ist sehr steil und bietet kaum Halt nach einem so gewaltigen Sprung 😉 Insgesamt war es eine sehr sehr schöne Tour und falls jemand Zeit hat, kann er die Tour bis Baishuitai verlängern, wo sich einige Kalk-Terrassen befinden.

Für die ganze Tour von QiaoTou bis zu Zhangs Guesthouse und von dort hinab zum Sprungstein und wieder hinauf zur Unterkunft in Tinas Guesthouse benötigte ich, mit Pausen und jede Menge Fotos etwa 9 Stunden. Am Abend genoss ich noch das Alpenglühen auf der Bergkette gegenüber des Hostess, bevor es ins Bett ging. Der nächste Tag verlief relativ glatt, die Sonne brannte mit etwa 25-30 Grad im Schatten. Trotzdem kam ich recht gut voran und ziemlich erschöpft wieder in QiaoTou an.

Nach einer Riesenportion Nudelsuppe, reichlich Tee und einer Dusche, erwischte ich noch den Bus um 16:30h nach Shangrila (nach dem ich mich nach einem Hinweis kurzfristig dazu entschlossen hatte). Zu Shangrila möchte ich nichts weiter sagen, außer: wer Weihnachtsmärkte und LasVegas mag sollte unbedingt hier her fahren, alle anderen sollten einen großen Bogen um die Stadt machen oder sich viel mehr auf das Umland konzentrieren (dafür reichlich Zeit mitbringen, denn die Landschaft ist einmalig schön). Die schöne Architektur der aufgebauten „Altstadt“ wird leider durch jede Menge Werbeschilder und Plakate, bunte Aufhänger und ähnlichem verdeckt. Die Neustadt ist ein, aus dem Boden gestampfter Versuch Tibetische Architektur mir westlicher zu verbinden. Alles für die Touristen und wegen einer Fantasiegeschichte („Lost Horizon“ von James Hilton)… Eigentlich hatte ich 2 1/2 Tage eingeplant. Vielleicht hätte ich besser weiter nach BeiShuiTai weitergehen sollen… Meine Flucht zurück nach Lijiang gelang erfolgreich am nächsten Tag (heute), wo ich eben auch angekommen bin. Im Gegensatz zu Shangrila, dass saisonbedingt zur Zeit völlig ausgestorben ist und erst im März wieder zum Leben erwacht, herrscht in Lijiang reger Touristenverkehr. Viel gesehen habe ich noch nicht von der Stadt, aber ich werde mich gleich auf den Weg machen.