In Changchun kam ich, nach einem Kurzaufenthalt in Beijing nach etwa 26/27h Zugfahrt an.
Die Stadt an sich hat an Sehenswürdigkeiten nicht viel zu bieten, außer vielleicht dem Palast des letzten Kaisers von China „Pu Yi“. Von den Japanern formell als (Marionetten-) Kaiser ernannt, übernahm er von 1932-1945 in Manchukuo, heute ChangChun genannt, der Hauptstadt der Mandschurei, reine Präsentationsaufgaben.
Wegen ihm oder seinen Hinterlassenschaften war ich nicht hier. Mein Bruder und seine Frau feierten ihre Hochzeit. Auf chinesische Art. Ich wurde zwar vorgewarnt, war aber dennoch überrascht, wie schnell so eine Feier wieder vorbei sein kann. 13 Uhr gab es den Startschuss. Etwa 220 Gäste saßen bereit und warteten auf das Essen. Währenddessen versuchte man auf der Bühne schnell die Glückwünsche der Eltern und des jeweiligen Chefs der beiden abzuhandeln und für etwas Unterhaltung zu sorgen. Ein paar witzige Sprüche vom Moderator und nach geschätzten 90 – 120 Minuten konnten sich alle dem wichtigsten Teil des Tages widmen, dem Essen. Etwa gegen 16 Uhr begaben sich die letzten Gäste auf den Heimweg. Eine typisch chinesische Hochzeit in einer Großstadt. Das alles klingt jetzt etwas merkwürdig. Insgesamt fand ich die Hochzeit dennoch sehr schön und in allen Bereichen rundum gelungen. Vieles konnten wir auf Grund von mangelnden Sprachkenntnissen leider nicht verstehen. Trotzdem konnten wir uns mit Händen und Füssen verständigen. Insgesamt wurden wir sehr herzlich empfangen und in die Familie Wang aufgenommen. Trotzdem, das Wang Bo nach der Feier wegen Überanstrenungn und zum Wohle des Kindes ins Krankenhaus musste, wurde sich seitens der Familie Wang sehr viel für uns organisiert, um uns den Aufenthalt in ChangChun so angenehm wie möglich zu gestalten. Die nachfolgenden Tagen verbrachten wir mit dem Bruder von Wang Bo, Wang Hai und seiner lieben Familie.