Endlich habe ich eine Lücke in der großen Firewall per VPN gefunden. Mal schauen wie lange.

Nach dem mein Pass mit Visum sprichwörtlich in letzter Minute, einen Tag vor Abflug, bei mir eintraf, konnte ich endlich aufatmen. Der Urlaub war gerettet.
In Beijing hatte ich neben dem Jetlag auskurieren, noch einige Sehenswürdigkeiten besucht: weiße Pagode, Himmelstempel und noch etwas, was mir gerade nicht einfällt.
Echte Pekingente im guten Restaurant (Da Dong) gab es auch (170 Yuan – etwa 18 Euro). Und es hatte sich seit letztem Jahr einiges geändert. In dem Hutong, in dem ich immer Zwischenstation machte, wurde kräftig gebaut und mein Lieblingbäcker, von um die Ecke bot keine Süßigkeiten mehr an! 😉 Das am 30.09. Mondfest stattfand, konnte man an den Mondkuchen sehen, die überall hier zum Verkauf angeboten wurden.

Nach Datong, einer ziemlich hässlichen Stadt, zog es mich nur, weil es außerhalb einiges zu sehen gab: etwas ältere Höhlen mit Buddhafiguren und ein Kloster, dass an den Berg gebaut wurde und teilweise nur durch lange Stützen getragen wurde: Hänging Temple. In Datong liefen mir dummerweise drei Deutsche in die Arme, die ich erst vier Tage später wieder loswerde. In dem Moment, in dem sie mitbekamen, wie ich mit dem Hotel auf chinesisch telefonierte, klebten alle wie Kletten am Hemdsärmel und wollten plötzlich nur noch die Sachen unternehmen, die ich eigentlich allein absolvieren wollte. Leider bemerkte ich das erst zu spät, als ich mich fast mit dem Organisieren für die Herrschaften verausgabt hatte und darüber meine eigenen Ziele mehr als stiefmütterlich behandelte. Dazu irgendwann mündlich mehr…

Von Datongs hängendem Tempel gings weiter nach Wutai Shan, was man zu Recht als das Paradies der Abzocker bezeichnen könnte. Eigentlich ein sehr wichtiger Ort für buddistische Pilger, hatte man hier schnell erkannt, dass man in dem schwer zugänglichen Tal bei Touristen richtig abkassieren konnte. Wenn man nicht aufpasste, zahlte man bis zum dreifachen des Normalpreises oder mehr. Die Stadt war mir deshalb nur zwei Tage wert.
Die Landschaft auf 3100m konnte man mit recht als sehr karg bezeichnen. Auf der gesamten Wanderung gab es nicht einen Baum. Auch die im ganzen Land üblicherweise alle 500m installierten Toiletten und Fressbuden waren hier nicht zu finden. Was die Wanderung an sich schon ziemlich aufwerte. Die unten in d Karte eingezeichnete Route, führte mich an zwei Tempeln vorbei. Auch hier konnte man nichts zu Essen oder Trinken kaufen – sehr ungewöhnlich. aber ich hatte vorgesorgt. nicht so meine deutschen Begleiter. Die drei hatten sich eigentlich vorgenommen, in Wutai einige Tempel anzuschauen, entschieden sich aber sehr kurzfristig dazu, sich mir anzuschließen. Mit einem Liter Wasser und einer Keksrolle für drei Leute bewaffnet gaben sie irgendwann am Wegesrand auf. Wir trennten uns, eine grobe Karte gab mir zu mindestens die Sicherheit, dass sie sich nicht verlaufen konnten, was sie zum Glück auch nicht taten.

Auf dem Weg nach Pingyao traf ich im Bus Jaques, ein 57 jährigen Amerikaner, überzeugten Buddhisten und leidenschaftlichen Pilger, der seit 8 Jahren hier in China lebt. In ihm hatte ich während der 5h Fahrt einen sehr unterhaltsamen Begleiter.

In Pingyao traffen wir drei Franzosen aus Datong wieder, die uns ein güstiges Hostel zum übernachten zeigten. Die Stadt ist eine der ältesten und besterhaltensten Städte im ganzen Land (Xi’an auch). Leider ist die die Stadt in zwei Bereiche geteilt. ein Teil befindet sich im innern der alten Stadtmauern und diente eigentlich nur noch touristischen Zwecken. Die Alten Häuser war en bis oben hin vollgestopft mit allerlei Schnickschnack für Touristen.
Im Bus trafen wir außerdem ein chinesisches Paar, Shui und Chang mit denen wir einen kleinen Ausflug zum Haus der Familie Wang unternahmen. Es stellte sich später heraus, dass das Haus eher als Festung Zu bezeichnen wäre. es war zu seiner Hochzeit eines der ersten in diesem Ausmaß gebauten Anlagen für eine einzige Familie. Neben der Festung gab es die in dieser Provinz früher typischen Höhlenwohnungen zu sehen (yaodong), in denen sogar noch Menschen wohnten (in der ganzen Provinz wohl noch an die drei Millionen).

Eigentlich war am Abend geplant, mit Shui und Chang zu einer Show zu gehen, leider kam ich zu spät und die Tickets waren ausverkauft. Dafür lernte ich Li Ping kennen, eine 46 jährige, ehemalige chinesische Kranfahrerin, jetzt Rentnerin und im Unruhestand (ab 45 wird man anscheinend als Kranfahrer automatisch Rentner) und nun die weite Welt bereist. Sie zeigte mir, wie man kostenlos auf die Stadtmauer kommt und gab mir Tipps wie man kostengünstiger mit dem Zug reist, falls man noch kein Ticket, kurze Strecken vor sich hat und einem Kompfort nicht wichtig ist. Leider gelang es mir nicht, einen dieser Tipps um zu setzen.