Die zweite Nacht verlief ohne Komplikationen und ich konnte mich zu mindestens ein wenig erholen.
Falk hatte schon am Vortag die nähere Umgebung ausgekundschaftet und nahm uns mit auf eine neue Akklimatisierungs-Tour zum Fuße des Rumiñahui auf 4200m. Auch auf dieser Tour kam ich wieder nur langsam voran, noch deutlich geschwächt von der ersten, schlaflosen Nacht, sonst gab es keine weiteren Probleme. Der Platz für den Zeltaufbau war perfekt, windgeschützt und still. Lediglich ein verwester Kadaver zeugte davon, dass hier ab und zu einmal ein Lebewesen vorbei kam. Um wieder die roten Blutkörperchen zu stimulieren, stiegen wir weiter auf 4300m auf und wieder ab.
Auch diese Nacht verlief optimal. Vor dem Schlafengehen hörten wir einige seltsame Geräusche, als wenn ein Paragleiter direkt über unseren Köpfen über die Bergkämme flog. Aus der näheren Umgebung fiepte ein Tier – ein Warnton. Also musste ein Greifvogel unterwegs sein, auf der Suche nach Beute. Kurz zuvor hatten Daniel und Falk einen Condor gesichtet, was am Cotopaxi eine Seltenheit bedeutet. Die Windgeräusche deuteten auf eine große Luftverdrängung an den Flügeln hin, vielleicht war es ja der Condor, der im dunkeln über uns seine Kreise zog.

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