Alles muss raus!

Xi’an und HuaShan




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Ich hatte letztes Jahr mal geschrieben, dass ich nie wieder Hartsitzer nehmen würde. Diese Einstellung hatte ich mittlerweile wieder revidiert, zumindestens bei den „kürzeren Strecken“. In Pingyao konnte ich glücklicherweise noch einen Stehplatz nach Xian reservieren lassen. Acht Stunden dauerte die Fahrt. Nach etwa 4h konnte ich mir mit Einsatz des Ellebogens noch so etwas wie ein Sitzplatz erkämpfen, ein Waschbecken. Alles entspannt, irgendwann werde ich über Beruf, Verdienst, Alter, usw. ausgefragt und meine kleinen Fehler beim sprechen erheitern alle Umstehenden und -sitzenden immer wieder aufs neue. Nachts um 1 Uhr kam ich in Xian an.

Zum Pflichtprogramm gehörten natürlich die Terakotta-Krieger, die gleich am ersten Tag von besucht wurden. Zu empfehlen ist auch ein Rundgang durch, dass am Abend wuselige Muslimische Viertel, welches meiner Meinung nach das einzige interessante Viertel innerhalb der Mauern ist, das ich besucht hatte.

Am zweiten Tag geht es am Nachmittag zum HuaShan, einer der wichtigsten heiligen Berge in China. Viele, so auch ich, beginnen ihren Aufstieg in der Nacht, um am Morgen Sonnenaufgang bewundern zu können. Um 20:30 Uhr bezahlte ich noch die Eintrittskarte, um 23:30 stand ich etwa 2000m weiter oben auf dem Ostgipfel. Zurück lagen wieder mal einige tausend Stufen und Scharen von erschöpften Wanderern links und rechts am Wegesrandes – hauptsächlich Studenten.
Zum Glück hatte ich eine Rettungsdecke dabei, ansonsten wäre die Übernachtung auf einer der Sufen noch kälter geworden. Um 6Uhr in der Frühe standen Massen von Menschen auf dem Ostgipfel. Alle johlen und gröhlen, als die Sonne aus den Wolken über dem Horizont erscheint. Die restlichen Gipfel wurden in oranges Licht getaucht, was sehr schön anzuschauen war. Alles im allen, hatte sich die ganze Unternehmung allein deswegen schon gelohnt.

Zurück in Xian, umrundete ich mit einem Mietfahrrad die Innenstadt auf der 14km langen Stadtmauer. Kurz vor Abreise begab ich mich noch einmal in die Innenstadt, ins muslimische Viertel. Den dort angebotenen Süßigkeiten konnte ich einfach nicht widerstehen.

Gegen 19Uhr verließ mein Zug Xian gen Beijing, wo ich in den Zug nach Cangchun umsteige, wo ich am nächsten Abend gegen 22Uhr ankam.