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Kategorie: 2012 (Seite 1 von 2)

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Leider zeigen einige Bildergalerien etwas durcheinander gewürfelte Bilderfolgen an. 🙁

Es gibt zusätzlich noch einige Videos und leicht überarbeitete Texte. Die Einbindung der Bilder erfolgte mittels Flash, sie sind also auf iPad oder iPhone nicht zu sehen…

Für die gesamte Tour findet ihr weitere Informationen zu den einzelnen Destinationen, wenn ihr in den entsprechenden Artikeln oder nachfolgend auf die Pfade und Markierungen in den verlinkten GoogleMaps klickt. Die roten Markierung sind Stationen, an denen ich zusätzlich noch eine oder mehrere Wanderungen unternommen hatte. Die blauen Markierungen symbolisieren Aufenthalte in Städten oder Dörfern.

Beijing

人山人海的 – ein Meer aus Menschen – Wangfujingdajie 01. Oktober Feiertag

Nach dem ich mich ein wenig in der Nähe von Dongzhimen verlaufen hatte, musste ich dann doch noch auf ein Taxi zurückgreifen. Das Hostel erreichte ich deswegen und auf Grund meines späten Fluges von Guilin nach Beijing erst Nachts um 2:00 Uhr.
Das Hostel war zwei Wochen vorher gebucht und trotz Nationalfeiertag ziemlich billig (60 Yuan). Vor Ort wurde mir auch klar warum. Ich möchte mich hier nicht weiter über die Sahitäranlagen auslassen. Ich musste zum Glück nur eine geruchsintensive Nacht dort verbringen – das bisher schlechteste Hostel auf all meinen Reisen…
Der letzte Tag brach an und ich beging den Fehler mich für die Besorgung von Mitbringseln zur größten Einkaufsmeile in Beijing zu begeben – der Wangfujing Dajie. Nach dem um 10:00 Uhr die Geschäfte öffneten, schien es, als wenn sich mit einem Mal ganz Beijing entschlossen hätte, heute doch einfach mal genau hier, ein klein wenig spazieren und einkaufen zu gehen. Ich befand mich plötzlich in einem „renshan renhaide“ (人山人海的 – einem Meer aus Menschen). Um von MC Donalds zu meiner U-Bahn in der Wangfujing Dajie Station zu gelangen, eine Strecke die man normalerweise in 1 min zurücklegt, benötigte ich im menschlichem Gegenstrom etwa 10 min. Einmal durchgekämpft, ging aber alles, dank sehr guter Organisation der Massen seitens der U-Bahnbetreiber, recht schnell. Hier könnten sich die Deutschen mehrere Scheiben abschneiden. Ich fand allgemein auch sehr gut, wie man in China Zugfahrten regelt. Ohne Karte, ist es eigentlich nicht mehr möglich einzusteigen, da die Karten erst 10-14 Tage vor Abfahrt des Zuges zum Verkauf freigegeben werden und vorgebucht werden müssen. Der Bahnsteig wird etwa 15-20 min vor Abfahrt für die Reisenden geöffnet. Nach Öffnung stürmen meist mehrere hundert Menschen zu ihrem Abteil bzw. Platz. Trotzdem schaffen es alle rechtzeitig. Sehr selten passiert es, dass ein Zug zu spät kommt oder gar ausfällt.

Sogar der Rückflug nach Deutschland gestaltete sich recht angenehm und drei Tage später, schien es schon so, als wenn ich die gesamte Reise nur geträumt hätte. Erkältung und Magenprobleme (nicht mitgebrachte) ließen mich schnell wieder an das deutsche Wetter und Essen gewöhnen. Schade schon vorbei. Aber einige Reisende, die ich traf und die schon länger als ein Jahr unterwegs waren, inspirierten mich zu neuen Abenteuern. Vielleicht bin ich ja recht bald wieder in China und Umgebung…

Guilin zweiter Stop

Im Dorm begegne ich John aus Malaysia und Pamela aus Hangzhou. Beide luden mich sofort ein, mit in die Stadt zu gehen, um eine Kleinigkeit zu essen. Eine gute Gelegenheit, einige regionale Spezialitäten zu probieren. John zeigte mir später noch den Frischmarkt, auf dem sich eigentlich alles Essbare besorgen lässt. Enten, Hühner, Gänse, Bambusratten, Katzen, Hasen, Fische und anderes Kleingetier konnte direkt vor Ort begutachtet und zur Schlachtung freigegeben werden. In einer kleinen Garküche am Straßenrand, direkt gegenüber des Marktes wurden drei verschiedene Arten von Jiaozi angeboten; Wolken-Joaozi, gedämpfte und Suppen-Jiaozi. Hier ließen wir uns nieder. Die Jiaozi waren so gut, dass ich die letzten zwei Tage jeden Morgen auf meine eigentlich auch sehr leckeren Baozi vom Baozi-Mann um die Ecke verzichtete und stattdessen immer in dieser kleinen Küche einkehrte. Der Frischmarkt hatte aber noch mehr zu bieten und es war jeden Tag interessant, von diesem Standort aus zu zuschauen, wie Händler wie Kunden agierten. Ein ständiges Gefeilsche um den Preis. Argumente wurden ausgetauscht. Die Ware mehrfach geprüft. Aus westlicher Sicht recht ungewöhnlich zu beobachten war, wie hier Tiere auf das reduziert wurden, was sie für beide Seiten eigentlich darstellten, Ware. Ware die sich zufällig noch bewegte. Da wurden unter Protest das Geflügels, die wichtigsten Stellen am Körper auf den Fleischbestand hin untersucht. Geschlachtet wurde vor Ort. Kehle durch, ausbluten, mit heißem Wasser die Federn entfernt, die widerspenstigen Reste per Hand gerupft, gesäubert, fertig. Circa 10 min später konnte der Kunde die fertige Ware abholen. Es sein denn, er nahm sie gleich lebend mit. Neben den größeren Ständen mit den Tieren wurde natürlich auch alle möglichen Gewürze, Gemüse und Obst verkauft. Besonders lecker waren die riesigen, grünen Grapefruit und die ebenfalls grünen Mandarinen.

Am 30.09. diesen Jahres fand das Mondfest statt. Traditionell wird an diesem Tag der Mondkuchen verschenkt. Ein Kuchen, etwa Handtellergroß, manchmal auch kleiner, mit verschieden Füllungen. Ähnlich wie bei uns mir den Weihnachtsspekulatius, liegen sie Kisten oder einzeln abgepackt schon anderthalb Monate vor dem Stichtag in fast jeden Laden aus. Wer etwas auf sich hält, kauft eine der ganz großen und besonders teuren. Das macht natürlich Eindruck bei der Verwandtschaft. Verschiedene Füllungen stehen zur Auswahl; Lotus mit Ei, Mandel-Früchte-Mischung, Fleisch und einige, die ich nicht definieren konnte. Jedenfalls schmeckte einer leckerer als der andere (Fleisch hatte ich nicht probiert), weshalb ich mir auf meiner Reise mindestens jeden dritten Tag einen gönnte.

Vor meiner Rückreise nach Deutschland standen mir insgesamt noch zwei Tage zur Verfügung, um mich in der Stadt oder Umgebung ein wenig um zu schauen. Eigentlich Zeit genug, um mehrere Wanderung zu unternehmen. Viel besser war es aber, sich bei über 30 Grad in die Sonne zu legen oder sich in den kleinen Gassen kulinarisch verwöhnen zu lassen. Auf Empfehlung wanderte ich noch zu einer außerhalb von Guilin gelegenen Tropfsteinhöhle. Diese entpuppte sich als teilweise sehr grell ausgeleuchtete Erlebniswelt. Teuer im Eintritt dazu. Gerade im Bau befindlich, war eine kleine Einschienenbahn, mit der man sich von nahegelegenen Parkplatz (vielleicht 300m entfernt) bis fast vor den Eingang chauffieren lassen konnte. Kein Wunder, dass der Eintritt jedes Jahr um mehrere Yuan stieg und auch in Zukunft noch steigen wird. Stellvertretend für solche Geldwerten Anlagen kann auch der der Elefantenfelsen im Stadtzentrum von Guilin als Beispiel angeführt werden. Aus wirtschaftlicher Sicht wurde hier perfekt gehandelt. Rund um den Felsen wurden hohe, sehr dicht stehende Bäume gepflanzt und Kassen installiert. Man konnte also ohne Eintritt zu zahlen, den Felsen nicht sehen. Und es ist wirklich einfach nur ein oller Felsen, der zufällig auf Grund hoher Erosion an einer Stelle ein Loch aufweist und mit etwas Fantasie, aussieht wie ein Elefant. Naja, den Eintritt hatte ich stattdessen in Speis und Trank umgesetzt und mir Bilder vom Felsen im Internet angeschaut. Auch schön.

Dazhai

Die meisten Touristen werden gleich im ersten Dorf "Pin'an Cun" aus dem Bus geworfen. Ich lasse mich an der Er Long Qiao (Zwei Drachen Brücke) absetzen. Man versichert mir und zwei älteren Damen, dass der nächste Bus nach Dazhai Cun in einigen Minuten ankommen müsste. Nach 30 min und einem dankend abgelehnten, überteuerten Mitfahrangebot lief ich dann einfach los. Irgendwann ließ mich ein Motorradfahrer aufsitzen, um mich 20min später kurz vor dem Dorf wieder ab zu setzen. Auch ein wiederholtes Geldangebot lehnte er ab…

Dazhai bestand weitestgehend aus sehr alten Holzhäusern. Diese wurden zum großen Teil noch unter Verzicht von Nägeln und sehr merkwürdig anmutenden Konstruktionsweise zusammengezimmert. Zwischen den Häusern drängten sich immer mehr neu errichtete Häuser. Ein Zeichen dafür, dass mit den Touristen sehr schnell auch ein gewisser Wohlstand Einzug hielt. Vor allem im oberen Bereich befanden sich sehr viele neue Hotels und Hostels. Ein sehr großes, mir dem besten Blick über die Reisterassen war gerade im Bau befindlich.

Der Aufstieg führte auf schmalen Pfaden durch eine traumhaft schöne Landschaft. Immer wieder begegnete man einer oder zwei Damen in traditioneller Kleidung (wahrscheinlich für Touristen angelegt), die mit großen, meist schwer beladenen Bastkörben von Dorf zu Dorf unterwegs waren. Im, am höchsten gelegenen Hotel traf recht spät ein. Kurz danach wurde es auch schon dunkel. Ich wollte unbedingt in aller Frühe den Sonnenaufgang erleben.
Die Nacht wurde etwas unruhig. Aus der Ferne drangen Knallgeräusche und Musik ans Ohr. Eine kleine Gruppe von sechs Männern kam spät Abends noch, verschiedene Instrumente spielend, am Hotel vorbeigelaufen. Es wurde wohl unten im Tal etwas gefeiert…

Morgens um 5:30 Uhr stolperte ich scheinbar als letzter aus den Hotel. Mehrere Fotografen hatten sich schon mit ihren, zum Teil sehr teuren Apparaten im Anschlag positioniert, bereit, um den Sonnenaufgang ins rechte Licht rücken zu können. Sogar ein angeheuertes Modell stand, mal ohne, mal mit Bastkorb auf dem Rücken im Feld, um für die romantische Bilder verträumt in die Ferne zu schauen.
Zwei Stunden später, die Sonne stand schon über dem Horizont, befand ich mich auf dem Weg über die Terrassenpfade nach Pingan Cun. Irgendwo dazwischen traf ich auf eine große Menschenmenge. Böller und laute Rufe waren zu hören. Es war aber anfangs nicht auszumachen, um was es eigentlich ging. Es war die Feiergesellschaft vom Abend zuvor. Nach einer viertel Stunde etwa wurde ein Sarg emporgehoben und unter lautem Wehklagen und Böllergeknalle (zum vertreiben böser Geister, wie ich später erfuhr) von einigen Männern in Richtung Pingan Cun getragen. Kurze Zeit später trennte man die Frauen von den Trägern – warum kann ich nicht sagen. Ich folgte dem Tross und als alle zum rasten anhielten, nutze ich die Gelegenheit zum Überholen. Bevor ich ganz vorbei schlüpfen konnte, wurden mir einige Stücke Fleisch, ich schätzte Ziegeninnereien, und Schnaps angeboten. So trank und as ich auf das Wohl der oder des Toten, versuchte aber die Prozession nicht weiter zu stören.

Zwei, drei Kurven weiter lief mir Neshat aus Zürich über den Weg. Zusammen legten wir den Rest des Weges zurück.
In den Reisterrassen-Dörfern ist es seit Jahrhunderten Brauch, dass sich die Frauen nur einmal in ihrem Leben, mit 18 Jahren die Haare schneiden. Dementsprechend lange Haarpracht (etwa 1,50 – 1.60m ) wurde uns von zwei Frauen stolz präsentiert. Gegen Geld natürlich. Die Haare werden traditionell in Schleifen zusammengerollt und wurden, zum Turban aufgetürmt auf dem Kopf getragen. Es schien als hätten sich ein großer Teil der Frauen mit der Präsentation ihres Haupthaares einen Nebenverdienst aufgebaut. Teilweise wurde man regelrecht dazu gedrängt, sich den geöffneten Turban zu begutachten. An einer Kreuzung nach dem richtigen Weg zu fragen, könnte unter Umständen ebenfalls Geld kosten. Lehnte man die Bezahlung freundlich ab, konnte es sein, dass man angekeift oder mit "No By By" (einer wortwörtlichen Übersetzung aus dem Chinesischen) verabschiedet wurde (dies hatte auch Neshat erleben müssen – und in einem anderen Blog wurde diese Story ebenfalls zum besten geben).
In Ping'an spürte man sofort, dass hier der Großteil der Touristen abgesetzt wurde. An jeder Ecke konnte man Touri-Schnickschnack kaufen. Träger standen bereit, um lauffaule auf den Gipfel zu schleppen. Fast jedes Haus bot Kleinigkeiten zum Essen an. Vor allem der in Bambusrollen gedämpfte Reis, war einer der Verkaufsrenner. Und ich muss sagen, er mundete nicht schlecht. Den Abend zuvor konnte ich mich schon im Hotel davon überzeugen.

Neshat blieb im Dorf und begab sich auf den Rückweg nach Dazhai. Mich hingegen zog es wieder nach Guilin, da ich schon per Kreditkarte mein nächstes Hostel bezahlt hatte. Am Wochenende begannen ja die National-Feiertags-Urlaubstage und wirklich jeder im Land hatte 7 Tage Urlaub – alle(!) reisten gleichzeitig umher. In diesem Fall sollte man auf jeden Fall schon mehrere Tage im Voraus buchen…

Yangshuo

Ins Hostel ließ ich mich plus zwei Rucksäcke diesmal von einem Motorradfahrer transportieren. Ich hatte nicht viel Zeit, da ich mich gleich wieder auf den Weg zurück nach Yangdixiang begebe. Von dort aus wollte ich zu Fuß nach Yangshuo, rund 40km. Das Wetter war alles andere als schön. Regen und wolkenverhangene Berge prägten den Tag. In Yangdixiang (Lila Strecke) wird man vom Busfahrer direkt am Li Fluss bei den Bambusflößern abgesetzt. Leider muss man auf dieser Strecke zwei Mal übersetzen, was die Jungs finanziell natürlich auszunutzen wissen. Man sollte sich auf jeden Fall etwa eine halbe Stunde Zeit zum verhandeln nehmen.

Zwischen imposanter Karstlandschaft raste mein Floß zu einem der Strände 500m weiter. Von dort musste ich mich zu Fuß auf einer Art Kaimauer zum nächsten kleinen Dorf durchschlagen. Im weiteren Verlauf des Weges treffe ich vier Jungs aus Brasilien, Mexiko und Amerika. Alle vier sind hier als Voluntiere an einer Schule als Lehrer für Englisch tätig. In einem der Dörfer ließen wir uns zum Mittag nieder. Das Huhn, dass wir bestellten wurde noch vor unseren Augen geschnappt und etwa 40min später in kleinen Stücken, inklusive Kopf und Krallen serviert. Irgendwann, kurz vor Xingping, passierten wir die Stelle, die auch auf dem 20 Yuan-Schein abgebildet ist.

Am nächsten Tag kam ich in den vollen Genuss einer etwa 55km langen Etappe (Blau) (wenn man den anschließenden Rundgang durch die Stadt mitzählt, waren es fast 70km). Die Tour war mit eine der schönsten während meiner gesamten Reise. Der offizielle Weg bestand eigentlich nur aus einer Betonpiste, die sicher zum Fahrradfahrern gut geeignet war, zum wandern eher nicht. Irgendwann entschloss ich mich deshalb einfach querfeldein zu laufen, instinktiv immer in Richtung Fluss und und zum Teil über die kleinen Feldwege. es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Außer vereinzelt einigen Einheimischen, traf ich keine Menschenseele. Endlich konnte die Landschaft in Ruhe genießen.

Am dritten Tag war die Sonne meine ständige Begleiterin auf einer Tour (Rot) durch die umliegenden Dörfer. Diesmal fand ich leider keine Feldwege und musste die Strecke auf einer der Betonpisten zurücklegen. Am Abend wollte ich eine der lokalen Spezialitäten ausprobieren: Hotpot. Ein kleines Lokal war schnell gefunden. Die Bedienung servierte das ganze leider etwas lustlos und wie ich später feststellen musste, war der Koch auch nicht wirklich der beste, denn die Suppe war mindestens schon ein bis zwei Stunden am köcheln gewesen. Ich hatte anfangs auch nur das Fleisch im Visier, denn es schmeckte irgendwie anders, leicht nach Rind, sah auch so aus, hatte aber merkwürdigerweise eine Schwarte. Die Bedienung meinte später auf Nachfrage, dass es Hund gewesen wäre und eine kurze Recherche im Netz ergab, dass es stimmte.

Am Abend zuvor war ich mit einer der Reisenden aus meinem Dorm ins Gespräch gekommen. Sie kam gerade aus Dazhai, wo es wunderschöne Reisterrassen gäbe, die man unbedingt gesehen haben muss. Das nächste Ziel lag damit fest.

Guilin erster Stop

Es liegen wieder einmal 18 Stunden Zugfahrt im Hardsleeper hinter mir und wie jedes Mal, wusste nach 10 Minuten jeder im Zugwagon, dass ein Ausländer mit an Board war. Nach den üblichen Fragen nach dem Woher, Wohin, Verdienst, Alter, Beziehungsstatus usw. wussten sogar die im Nachbarwagon Bescheid und kamen des Öfteren auf ein kurzes Schwätzchen vorbei. Das war meist ganz nett. Man wollte natürlich gleich Freundschaft schließen, Telefonnummern austauschen – als Ausländer ist man meistens immer noch in manchen Gegenden etwas „besonderes“ und Telefonnummern von Ausländern geben eine gute Basis zum „angeben“ vor Verwandten und Bekannten. In solchen Situationen fühle ich mich ab und zu ein klein wenig wie ein Zootier.
Da es naturbedingt ein paar Verständigungsprobleme gab, sprach man später eher über mich, als mit mir. Es war interessant zu hören, was man alles so über die Deutschen zu erzählen wusste. Ziemlich schnell kam man auch auf die Amerikaner und Japaner zu sprechen. Ich könne ja froh sein, nicht aus einem der Länder zu kommen, ansonsten hätte man mir bestimmt schon etwas angetan. Besonders die Japaner wären die schlimmsten. Böse Menschen, die einfach so Inseln stehlen und damals hatten sie doch bei Nanjing…
So ging man sich stundenlang in Diskussionen um verschiedene Staaten und deren je nach dem guten oder „bösen“ Bewohnern. Man vergas natürlich zwischendurch nicht die die Deutschen in den Himmel zu loben und zu preisen.
Nach überstandener Fahrt zeigte sich Guilin von seiner verregneten Seite. Mein Spaziergang durch die Stadt ohne Jacke, fiel etwas kürzer aus als geplant. Guilin fungierte vorerst auch nur als kurzer Zwischenstop. In ein paar Tagen wollte ich zurückkehren und mir etwas mehr Zeit für die Stadt und Umgebung nehmen.

Wuyuan




Wuyuan befindet sich etwa 100km von Tunxi entfernt (die Stadt von der aus der Huang Shan in Angriff genommen wird). Meinem Plan sah vor, die Strecke in zwei Tagen zu Fuß zu bewältigen, was ich auch geschafft hätte (das große Gepäck wäre voraus geschickt worden). Leider wurde mir im Hostel meine Regenjacke gestohlen und da es die Folgetage regnen sollte, war der Plan wieder gestorben. Insgesamt hatte ich drei Tage für die Gegend eingeplant. Der Kreis Wuyuan ist für seine ursprünglichen Dörfer mit traditioneller Architektur bekannt.
Am ersten Tag gleich nach der Ankunft begab ich mich auf den Weg nach Klein LiKeng. ein Dorf, dass etwa 14km entfernt von der Stadt Wuyuan lag. Einen richtigen Wanderweg konnte ich nicht finden und die Einheimischen halfen mir auch nicht wirklich weiter und verwiesen mich stattdessen immer auf die Landstraße. Die meisten Einheimischen denken, dass man sich, vor allem als Ausländer, auf den kleinen Pfaden verläuft und alles sowieso zu weit ist, was weiter als 2 km entfernt ist. Also nehme ich die Landstraße. Zu Fuß. Jeder zweite Wagen hält an und will mich mitnehmen, da die Strecke ja, wie gesagt, so weit und nicht zu schaffen wäre. Die restlichen Auto- und Motorradfahren glotzen nur „Ein verrückter Laowei…“. Erst hier merke ich, dass ich von Tunxi nach Wuyuan wahrscheinlich ebenfalls auf der Landstraße unterwegs gewesen wäre. Es ist nicht wirklich angenehm zu laufen, da man ständig aufpassen muss, wie die entgegenkommenden Autos auf überholenden Gegenverkehr im eigenen Rücken reagieren. Es war vielleicht doch ganz gut, dass ich die 100 km Tour vom Plan gestrichen hatte.
Klein LiKeng wird, wie mittlerweile fast jedes touristisch erschlossene Dorf, von einer Firma verwaltet, die die Eintrittsgelder kassiert und den Dorfbewohnern im Gegenzug erlaubt, Schnickschnack an die Touristen zu verkaufen. Da es der selbe Schund ist, wie man ihn überall im ganz China kaufen kann, wird wahrscheinlich der Firmengründer mittlerweise ein ziemlich reicher Mann sein. Das Dorf ist, wenn nicht viele Touristen die Gassen bevölkern, recht idyllisch an einem kleinen Bach gelegen. Das Leben scheint, ungeachtet der Besucher, weiter seinen normalen Gang zu gehen. Große Umbauarbeiten am Dorfrand lassen erahnen, das hier schon für den Andrang am 01.10., dem Nationalfeiertag vorgesorgt werden soll. Dann nämlich haben in ganz China fast alle Menschen Urlaub und nutzen die Gelegenheit alle gleichzeitig im Land umher zu reisen…
Zurück in Wuyuan, sprach mich ein Junge in gebrochenem Englisch an. Er wolle unbedingt mein Freund werden und mich am nächsten Tag überall hinfahren, wohin ich auch wollte. Leider hätte er aber im Moment kein Auto, aber auf meinem Zimmer könnte er eines im Internet besorgen. Ähm… Ne lass mal, meinte ich. Leider ließ er nicht locker und folgte mir unangenehmerweise bis ins Hostel, wo mir glücklicherweise zwei Chinesinnen halfen ihn wieder los zu werden. Sein Englisch und mein Chinesisch waren zu schlecht, als dass ich in Erfahrung bringen konnte, was er eigentlich wollte. Auch die zwei Mädels konnten es mir nicht erklären. Ich ging aber davon aus, dass er mich vielleicht ausrauben wollte (?), da er zum Schluss doch leicht aggressiv wurde.
Den zwei Mädels schließe ich mich am nächsten Tag an. Es geht nach Sikouzhen und weiter nach Groß LiKeng. Von dort, so mein Plan, würde ich zu Fuß zum 20km entfernten WoLongGu laufen. Auf dem Weg nach Groß LiKeng wollten wir in Qinghuazheng in einen Privatbus umsteigen und lernen dabei ein Pärchen kennen, das den selben Weg hatte. Zusammen konnten wir/ eigentlich sie einen guten Preis beim Fahrer aushandeln. Es stellte sich schnell heraus, dass er zufällig auch in Groß LiKeng wohnte, denn er bot uns einen sehr günstigen Preis an, für den er uns ins Dorf schleusen könne. Auch hier muss für das Dorf eigentlich Eintritt bezahlt werden. Natürlich hatte er auch rein zufällig eine Unterkunft für uns. Dazu muss ich sagen, dass meine Begleiter ein gutes Händchen beim Handeln hatten. Sie konnten ihn von 75RMB auf 25 RMB pro Person und Zimmer runter handeln.
Nach der Ankunft, erkundete ich noch ein wenig die umliegenden Hänge und machte mir ein Bild vom Dorfleben.
Am Abend erzählte mir unser Fahrer, dass der Weg nach WoLongGu viel zu weit und viel zu gefährlich wäre. Dort draußen gäbe es keine Menschenseele und die Pfade wären nicht eindeutig, schon gar nicht gekennzeichnet. Man könne sich schnell verlaufen. Außerdem würde es dort wilde Bären geben. Aber, so versicherte er mir, er kenne jemanden, der mich sicher ans Ziel führen könnte. Natürlich gegen Bezahlung. Und rein zufällig war derjenige sein Bruder… Ich lehnte dankend ab und erkläre ihm, dass ich erstens einen Kompass hatte und mich nicht fürchte. Ich musste mir daraufhin und auf Grund dieses Statements noch eine Weile die Geschichte mit den Bären anhören.
Am nächsten Morgen wollte ich aufbrechen. Leider regnete es in Strömen, so das der Weg, laut seiner Aussage teilweise unbegehbar wurde. Diesmal glaubte ich ihm auch. Also lang es nahe, dass wir uns auf den Weg nach JingdeZhen machten, der Porzellan-Stadt in China schlecht hin. Die Mädels hatten mich eingeladen, bei ihren Bekannten, einigen Studenten zu übernachten. In JingdeZhen wurde schon 200 v.Chr. das berühmte chinesische Porzellan hergestellt. Seit dem Jahr 1004 wurde es nur noch an den Kaiser geliefert. In der heutigen Zeit sind die alten Öfen nicht mehr, dafür aber um so mehr neue. Scheinbar an jeder Straßenecke abseits des Zentrums werden Krüge, Töpfe, Vasen und allerlei Schnickschnack, bemalt oder unbemalt, in kleinen, fast wie Garagen anmutenden Werkstätten in Massen produziert. Manchmal sogar mit sehr hoher Qualität. Während die Jungs, bei denen ich untergekommen war, das Abendessen kochen, sah ich mich in einem der kleinen Ateliers gegenüber um. Einige Studenten produzierten dort unter anderem für den deutschen Markt Tassen und vieles andere mehr.
Das Abendessen war wirklich gut und vor allem viel. Danach wurde ich in die Kunst der chinesischen Kalligrafie und des Kungfu, inklusive Kampfsportvorführung, eingeführt.
Am nächsten Morgen in aller Frühe, musste ich leider die Jungs schon wieder verlassen. Mein Zug nach Guilin fuhr um ca. 10 Uhr ab. Ich wäre gern noch etwas länger hier geblieben, leider musste das Ticket aber schon 1 1/2 Wochen vorher gebucht werden, ansonst hätte ich keinen Schlafplatz mehr bekommen. In China kann man nämlich sein Zugticket erst 10 oder 14 Tage vor der Fahrt die Tickets freigegeben. Wer dann nicht rechtzeitig kauft, bekommt nur noch Reste, z.b. Stehplätze oder gar keinen Platz mehr. Deshalb konnte ich das Ticket auch nicht mehr umtauschen – mir blieben ja auch nur noch etwa 1 1/2 Wochen Resturlaub…

Huang Shan, Yellow Mountain

Da ich keine Lust hatte, mich in ein überteuertes Taxi zu setzen, lief ich zu Fuß in Richtung Hostel. Nach einem Kilometer hielt eines der überall zu sehenden Dreiradfahrzeuge an und ich wurde aufgeregt von einem Herren gefragt wo ich denn hin wollte und ob er mich denn nicht mitnehmen könne. Da er mein ageldangebot abschlägt, Stieg ich zu, schmiss meinen Rucksack hinten rein und los gings. Chi Feng hieß mein Begleiter. Er war eine Art selbstständiger Bauarbeiter und zufällig in meiner Richtung unterwegs. Direkt am Hostel ließ er mich raus.
Der Huang Shan oder auch Yellow Mountain genannt, ist einer der bekanntesten Berge in China. Zur Abwechslung ist es keiner mit tao- oder buddistischen Hintergrund zu denen Gläubige pilgern. Trotzdem erreichten täglich tausende Touristen den Gipfel. Dafür gab es zwei Gründe. Zum einen die sehr gut ausgebaute Verbindung auf den Gipfel. Neben den obligatorischen Treppen, gab es drei Seilbahnstationen, einen vierte war gerade im Bau befindlich. Die meisten Touristen erwiesen sich als lauffaul und ließen sich direkt vom Busparkplatz bis ganz nach oben Kutschieren. Der zweite Grund wird durch die atemberaubende Landschaft begründet. Leider, und dass musste ich schnell feststellen, konnte man diese aber auf Grund des hohen Besucheransturms nicht wirklich genießen. Auch wenn man es auf meinen Fotos nicht so aussieht, der Berg war voll gestopft bis oben hin. Ich musste mich in schmalen Passagen regelrecht durch die Massen schubsen und drängeln, um überhaupt vorwärts zu kommen. Zwischendurch bekam ich regelrechte Hörstürze, da mir von allen Seiten die Lautsprecher der Tourenguides ins Ohr plärrten. Es war unmöglich zu entkommen. Jeder der Guides versuchte die Konkurrenz zu übertönen. Die Wanderung entpuppte sich daher zum Spießrutenlauf. Deshalb beeilte ich mich, um dieses groteske Szenario hinter mir zu lassen. Was kaum gelang, denn einer Gruppe entwischt, lauerte hinter der nächste Ecke schon die nächste Gruppe. Nach zwei Stunden Aufstieg über den Westweg und etwa zwei Stunden „Gipfelerlebnis“, drängte es mich (oder besser gesagt, ich wurde gedrängt) wieder zum Abstieg – über den Ostweg. Dieser war wider erwarten der ruhigste Teil der ganzen Wanderung. Ich nahm mir deshalb etwas mehr Zeit. Gegen 14Uhr kam ich wieder auf dem Parkplatz an.
Ein entspannter Tagesausflug fühlt sich anders an. Für jeden, der sich vornehmen sollte, diesen Berg zu besteigen; ich rate euch davon ab, lasst es sein. Das Geld (240 RMB) kann man sich für schönere Sachen aufsparen. Dazu muss ich anmerken, das ich den Berg unter der Woche und nicht in den Ferien bestiegen hatte. Ich möchte nicht wissen, wie es am Wochenende oder am Nationalfeiertag dort oben zugeht…

Hangzhou und Shanghai


Hangzhou hat einiges zu bieten. Neben dem großen Westsee, der schon vor 600 Jahren angelegt wurde, gibt es noch etliche Wandermöglichkeiten. Die Hälfte umrundete ich per Rad, den Rest lief ich zu Fuß.
Am Abend war ich etwas unentschlossen, sollte ich mir eine größere Wanderung vornehmen oder nach Shanghai? Im Lonley Planet stand zu Shanghai: wenn dich die miefigen Tempel und Grotten nerven, musst du nach Shanghai. Also Shanghai für zwei Tage. Die Stadt selbst hatte nicht so viele Sehenswürdigkeiten. Die Highlights waren an einem halben Tag erlaufen. Die Architektur bestand aus einem Mix aus Moderne und altem europäischen Stil, Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Deutlich waren überall französische Einflüsse aus dieser Zeit zu erkennen.
Die Menschen schienen hier, subjektiv gesehen etwas freundlicher und entspannter als im Rest des Landes zu sein.

Tai Shan

Laut einschlägigen Buchungsportalen im Netz gab es keine günstigen Unterkünfte in der Stadt. Nur der Lonley Planet empfahl ein recht preisgünstiges. Da sich der Abend langsam dem Ende neigte und es etwas spät geworden war, entschließe ich mich dort einzumieten. Der Besitzer, ein schmierigfreundlicher Typ bot mit ein kleines Zimmer für 240 RMB (etwa 25 Euro) – „mit Dusche, schau nur, sie funktioniert sogar!“ – was in etwa ein fünftel eines chinesischen Einkommens auf dem Land entsprach. Mit zähem Handeln konnte ihn dazu bewegen, mir das Zimmer für 80 RMB (9 Euro) zu überlassen. Was immer noch viel zu viel war. Aber egal, ich bin müde. Die Fahrt war trotz der vielen neuen Bekanntschaften, die ich während der Zugfahrt machen durfte, ziemlich anstrengend.
Am nächsten Morgen nahm ich den Westweg hinauf zum Taishan. Ich mühte mich regelrecht ab, da mir die Hochzeitsvöllerei zusätzliches Gewicht beschert hatte. Bis zum Gipfel watete ich durch ein Nebelmeer. Leider verpasste ich dadurch den Abstieg über den Westweg. Als ich mich entschloss den Weg, den ich mich hoch gequält hatte, wieder abzusteigen, riss doch noch die Wolkendecke auf und gab eine großartige Felslandschaft frei. Also blieb ich noch in Weilchen länger oben.
Am Abend schlenderte ich durch nahe gelegenen Gassen. Viel zu sehen gab es leider nicht, wenn man von dem, großen Tempelkomplex „Diao Miao“ absah, der sich gegenüber meines Hotel befand.

Changchun

In Changchun kam ich, nach einem Kurzaufenthalt in Beijing nach etwa 26/27h Zugfahrt an.
Die Stadt an sich hat an Sehenswürdigkeiten nicht viel zu bieten, außer vielleicht dem Palast des letzten Kaisers von China „Pu Yi“. Von den Japanern formell als (Marionetten-) Kaiser ernannt, übernahm er von 1932-1945 in Manchukuo, heute ChangChun genannt, der Hauptstadt der Mandschurei, reine Präsentationsaufgaben.
Wegen ihm oder seinen Hinterlassenschaften war ich nicht hier. Mein Bruder und seine Frau feierten ihre Hochzeit. Auf chinesische Art. Ich wurde zwar vorgewarnt, war aber dennoch überrascht, wie schnell so eine Feier wieder vorbei sein kann. 13 Uhr gab es den Startschuss. Etwa 220 Gäste saßen bereit und warteten auf das Essen. Währenddessen versuchte man auf der Bühne schnell die Glückwünsche der Eltern und des jeweiligen Chefs der beiden abzuhandeln und für etwas Unterhaltung zu sorgen. Ein paar witzige Sprüche vom Moderator und nach geschätzten 90 – 120 Minuten konnten sich alle dem wichtigsten Teil des Tages widmen, dem Essen. Etwa gegen 16 Uhr begaben sich die letzten Gäste auf den Heimweg. Eine typisch chinesische Hochzeit in einer Großstadt. Das alles klingt jetzt etwas merkwürdig. Insgesamt fand ich die Hochzeit dennoch sehr schön und in allen Bereichen rundum gelungen. Vieles konnten wir auf Grund von mangelnden Sprachkenntnissen leider nicht verstehen. Trotzdem konnten wir uns mit Händen und Füssen verständigen. Insgesamt wurden wir sehr herzlich empfangen und in die Familie Wang aufgenommen. Trotzdem, das Wang Bo nach der Feier wegen Überanstrenungn und zum Wohle des Kindes ins Krankenhaus musste, wurde sich seitens der Familie Wang sehr viel für uns organisiert, um uns den Aufenthalt in ChangChun so angenehm wie möglich zu gestalten. Die nachfolgenden Tagen verbrachten wir mit dem Bruder von Wang Bo, Wang Hai und seiner lieben Familie.

Xi’an und HuaShan




Größere Kartenansicht

Ich hatte letztes Jahr mal geschrieben, dass ich nie wieder Hartsitzer nehmen würde. Diese Einstellung hatte ich mittlerweile wieder revidiert, zumindestens bei den „kürzeren Strecken“. In Pingyao konnte ich glücklicherweise noch einen Stehplatz nach Xian reservieren lassen. Acht Stunden dauerte die Fahrt. Nach etwa 4h konnte ich mir mit Einsatz des Ellebogens noch so etwas wie ein Sitzplatz erkämpfen, ein Waschbecken. Alles entspannt, irgendwann werde ich über Beruf, Verdienst, Alter, usw. ausgefragt und meine kleinen Fehler beim sprechen erheitern alle Umstehenden und -sitzenden immer wieder aufs neue. Nachts um 1 Uhr kam ich in Xian an.

Zum Pflichtprogramm gehörten natürlich die Terakotta-Krieger, die gleich am ersten Tag von besucht wurden. Zu empfehlen ist auch ein Rundgang durch, dass am Abend wuselige Muslimische Viertel, welches meiner Meinung nach das einzige interessante Viertel innerhalb der Mauern ist, das ich besucht hatte.

Am zweiten Tag geht es am Nachmittag zum HuaShan, einer der wichtigsten heiligen Berge in China. Viele, so auch ich, beginnen ihren Aufstieg in der Nacht, um am Morgen Sonnenaufgang bewundern zu können. Um 20:30 Uhr bezahlte ich noch die Eintrittskarte, um 23:30 stand ich etwa 2000m weiter oben auf dem Ostgipfel. Zurück lagen wieder mal einige tausend Stufen und Scharen von erschöpften Wanderern links und rechts am Wegesrandes – hauptsächlich Studenten.
Zum Glück hatte ich eine Rettungsdecke dabei, ansonsten wäre die Übernachtung auf einer der Sufen noch kälter geworden. Um 6Uhr in der Frühe standen Massen von Menschen auf dem Ostgipfel. Alle johlen und gröhlen, als die Sonne aus den Wolken über dem Horizont erscheint. Die restlichen Gipfel wurden in oranges Licht getaucht, was sehr schön anzuschauen war. Alles im allen, hatte sich die ganze Unternehmung allein deswegen schon gelohnt.

Zurück in Xian, umrundete ich mit einem Mietfahrrad die Innenstadt auf der 14km langen Stadtmauer. Kurz vor Abreise begab ich mich noch einmal in die Innenstadt, ins muslimische Viertel. Den dort angebotenen Süßigkeiten konnte ich einfach nicht widerstehen.

Gegen 19Uhr verließ mein Zug Xian gen Beijing, wo ich in den Zug nach Cangchun umsteige, wo ich am nächsten Abend gegen 22Uhr ankam.

Beijing, Datong, WuTaiShan und Pingyao




Endlich habe ich eine Lücke in der großen Firewall per VPN gefunden. Mal schauen wie lange.

Nach dem mein Pass mit Visum sprichwörtlich in letzter Minute, einen Tag vor Abflug, bei mir eintraf, konnte ich endlich aufatmen. Der Urlaub war gerettet.
In Beijing hatte ich neben dem Jetlag auskurieren, noch einige Sehenswürdigkeiten besucht: weiße Pagode, Himmelstempel und noch etwas, was mir gerade nicht einfällt.
Echte Pekingente im guten Restaurant (Da Dong) gab es auch (170 Yuan – etwa 18 Euro). Und es hatte sich seit letztem Jahr einiges geändert. In dem Hutong, in dem ich immer Zwischenstation machte, wurde kräftig gebaut und mein Lieblingbäcker, von um die Ecke bot keine Süßigkeiten mehr an! 😉 Das am 30.09. Mondfest stattfand, konnte man an den Mondkuchen sehen, die überall hier zum Verkauf angeboten wurden.

Nach Datong, einer ziemlich hässlichen Stadt, zog es mich nur, weil es außerhalb einiges zu sehen gab: etwas ältere Höhlen mit Buddhafiguren und ein Kloster, dass an den Berg gebaut wurde und teilweise nur durch lange Stützen getragen wurde: Hänging Temple. In Datong liefen mir dummerweise drei Deutsche in die Arme, die ich erst vier Tage später wieder loswerde. In dem Moment, in dem sie mitbekamen, wie ich mit dem Hotel auf chinesisch telefonierte, klebten alle wie Kletten am Hemdsärmel und wollten plötzlich nur noch die Sachen unternehmen, die ich eigentlich allein absolvieren wollte. Leider bemerkte ich das erst zu spät, als ich mich fast mit dem Organisieren für die Herrschaften verausgabt hatte und darüber meine eigenen Ziele mehr als stiefmütterlich behandelte. Dazu irgendwann mündlich mehr…

Von Datongs hängendem Tempel gings weiter nach Wutai Shan, was man zu Recht als das Paradies der Abzocker bezeichnen könnte. Eigentlich ein sehr wichtiger Ort für buddistische Pilger, hatte man hier schnell erkannt, dass man in dem schwer zugänglichen Tal bei Touristen richtig abkassieren konnte. Wenn man nicht aufpasste, zahlte man bis zum dreifachen des Normalpreises oder mehr. Die Stadt war mir deshalb nur zwei Tage wert.
Die Landschaft auf 3100m konnte man mit recht als sehr karg bezeichnen. Auf der gesamten Wanderung gab es nicht einen Baum. Auch die im ganzen Land üblicherweise alle 500m installierten Toiletten und Fressbuden waren hier nicht zu finden. Was die Wanderung an sich schon ziemlich aufwerte. Die unten in d Karte eingezeichnete Route, führte mich an zwei Tempeln vorbei. Auch hier konnte man nichts zu Essen oder Trinken kaufen – sehr ungewöhnlich. aber ich hatte vorgesorgt. nicht so meine deutschen Begleiter. Die drei hatten sich eigentlich vorgenommen, in Wutai einige Tempel anzuschauen, entschieden sich aber sehr kurzfristig dazu, sich mir anzuschließen. Mit einem Liter Wasser und einer Keksrolle für drei Leute bewaffnet gaben sie irgendwann am Wegesrand auf. Wir trennten uns, eine grobe Karte gab mir zu mindestens die Sicherheit, dass sie sich nicht verlaufen konnten, was sie zum Glück auch nicht taten.

Auf dem Weg nach Pingyao traf ich im Bus Jaques, ein 57 jährigen Amerikaner, überzeugten Buddhisten und leidenschaftlichen Pilger, der seit 8 Jahren hier in China lebt. In ihm hatte ich während der 5h Fahrt einen sehr unterhaltsamen Begleiter.

In Pingyao traffen wir drei Franzosen aus Datong wieder, die uns ein güstiges Hostel zum übernachten zeigten. Die Stadt ist eine der ältesten und besterhaltensten Städte im ganzen Land (Xi’an auch). Leider ist die die Stadt in zwei Bereiche geteilt. ein Teil befindet sich im innern der alten Stadtmauern und diente eigentlich nur noch touristischen Zwecken. Die Alten Häuser war en bis oben hin vollgestopft mit allerlei Schnickschnack für Touristen.
Im Bus trafen wir außerdem ein chinesisches Paar, Shui und Chang mit denen wir einen kleinen Ausflug zum Haus der Familie Wang unternahmen. Es stellte sich später heraus, dass das Haus eher als Festung Zu bezeichnen wäre. es war zu seiner Hochzeit eines der ersten in diesem Ausmaß gebauten Anlagen für eine einzige Familie. Neben der Festung gab es die in dieser Provinz früher typischen Höhlenwohnungen zu sehen (yaodong), in denen sogar noch Menschen wohnten (in der ganzen Provinz wohl noch an die drei Millionen).

Eigentlich war am Abend geplant, mit Shui und Chang zu einer Show zu gehen, leider kam ich zu spät und die Tickets waren ausverkauft. Dafür lernte ich Li Ping kennen, eine 46 jährige, ehemalige chinesische Kranfahrerin, jetzt Rentnerin und im Unruhestand (ab 45 wird man anscheinend als Kranfahrer automatisch Rentner) und nun die weite Welt bereist. Sie zeigte mir, wie man kostenlos auf die Stadtmauer kommt und gab mir Tipps wie man kostengünstiger mit dem Zug reist, falls man noch kein Ticket, kurze Strecken vor sich hat und einem Kompfort nicht wichtig ist. Leider gelang es mir nicht, einen dieser Tipps um zu setzen.

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